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Softwarestörungen beheben: Diagnose- und Fehlerbeseitigungshandbuch

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Softwarestörungen beheben: Diagnose- und Fehlerbeseitigungshandbuch

Überblick Zum Gebrauch der Software
Software installieren und konfigurieren

Überblick

Da neben dem Betriebssystem auf den meisten Systemen mehrere Anwendungsprogramme installiert sind, kann die Isolierung von Softwarestörungen mitunter verwirrend sein. Softwarestörungen äußern sich zudem manchmal zunächst in scheinbaren Fehlfunktionen der Hardware. Softwarestörungen können folgende Ursachen haben:

  • Fehlerhafte Installation oder Konfiguration von Programmen

  • Eingabefehler

  • Gerätetreiber, die mit anderen Anwendungsprogrammen in Konflikt stehen

  • Speicherkonflikte aufgrund von TSR-Programmen (Terminate-and-Stay-Resident [beenden und im Speicher verbleiben])

  • Unterbrechungskonflikte zwischen Geräten

Durch das Ausführen der Systemeinstellungstestgruppe kann bestätigt werden, daß das Systemproblem durch die Software hervorgerufen wurde, wie beschrieben unter "Dell-Diagnose durchführen". Werden alle Tests in dieser Testgruppe erfolgreich abgeschlossen, so liegt die Fehlerursache meistens bei der Software.

Dieser Abschnitt bietet einige allgemeine Richtlinien zum Analysieren von Softwarestörungen. Detaillierte Anleitungen zur Fehlerbeseitigung für ein bestimmtes Programm befinden sich in dessen Handbuch oder sind beim Software-Unterstützungsdienst zu erfragen.


Software installieren und konfigurieren

Neu erworbene Software ist vor der Installation auf das Festplattenlaufwerk auf Virenbefall zu untersuchen. Computerviren sind kleine Programme, die sich selbsttätig vermehren und in kurzer Zeit den gesamten Systemspeicher blockieren, auf dem Festplattenlaufwerk gespeicherte Daten beschädigen oder zerstören und die Funktion des befallenen Systems nachhaltig beeinträchtigen. Auf dem Markt wird eine Reihe kommerzieller Virensuchprogramme angeboten. Auch in vielen Mailboxen (Bulletin Board Services) können kostenlose Virenprogramme über Modem heruntergeladen werden.

Vor der Installation in der Dokumentation zum Programm nachlesen, wie es funktioniert, welche Hardware vorausgesetzt wird und wie die Voreinstellungen lauten. In der Regel befinden sich in der Dokumentation Anleitungen zur Programminstallation und auf den Programmdisketten ein Installationsprogramm.

Das Installationsprogramm hilft beim Übertragen der entsprechenden Programmdateien auf das Festplattenlaufwerk. Möglicherweise sind Konfigurationseinstellungen am Betriebssystem erforderlich, damit das Programm erfolgreich ausgeführt werden kann. Vor dem Ausführen der Installationsroutine immer die Installationsanleitungen lesen. Mitunter müssen verschiedene Startdateien des Betriebssystems, wie z.B. config.sys und autoexec.bat, manuell modifiziert werden, oder das Installationsverfahren modifiziert die Startdateien automatisch.

Beim Ablauf der Installationsroutine sind eventuell Informationen über die Konfiguration des Betriebssystems, den Computertyp und die angeschlossene Peripherie nach Aufforderung einzugeben.

Erweiterter und Expansionsspeicher

Abhängig vom vorhandenen Dell System kann der Systemspeicher durch die Installation von zusätzlichen SIMMs (Single In-Line Memory Modules [Speichermodul mit einseitiger, geradliniger Anschlußfolge]) oder DIMMs (Dual In-Line Memory Modules [Speichermodul mit zwei Kontaktanschlußreihen]) oder durch Austauschen von installierten SIMMs oder DIMMs durch SIMMs oder DIMMs mit größerer Kapazität erweitert werden. Wird das System unter dem Betriebssystem MS-DOS® betrieben, stehen nur 640 Kilobyte (KB) (konventioneller Arbeitsspeicher genannt) des ersten Megabytes (MB) des Systemspeichers für Anwendungsprogramme zur Verfügung. Einige Programme verlangen mehr als 640 KB Speicher und können daher nicht mit dem konventionellen Arbeitsspeicher allein ausgeführt werden. Andere Programme können viel schneller ausgeführt werden, wenn ihnen mehr als 1 MB Speicher zur Verfügung steht.

Beim Starten des Systems erkennt MS-DOS den Speicher über 1 MB als erweiterten Speicher. Einige, jedoch nicht alle, Programme können den erweiterten Speicher nutzen. Zum Beispiel können das Betriebssystem Microsoft® Windows® 3.x und Lotus® 1-2-3 erweiterten Speicher nutzen.

Andere Programme können den erweiterten Speicher nur nutzen, wenn dieser zunächst in einen Expansionsspeicher von einem EMM (Expanded Memory Manager [Expansionsspeicher-Manager]) umgewandelt wird.

ANMERKUNG: Nicht alle Dell-Systeme verfügen über einen EMM-Treiber. Angaben über die Ausstattung mit einem EMM-Treiber finden Sie in der Dokumentation des Systems.

Unter den folgenden Bedingungen kann der Expansionsspeicher die Fähigkeit des Systems, Anwendungsprogramme zu nutzen, die mehr Speicher als den im konventioneller Arbeitsspeicher-Bereich verfügbaren, enorm verbessern:

  • Das Anwendungsprogramm wurde für die Verwendung von Expansionsspeicher geschrieben.

  • Der Speicher wurde mit Hilfe des System-Setup-Programms ordnungsgemäß zugewiesen. (Informationen zum System-Setup-Programm finden Sie in der Dokumentation des Systems.)

  • Der EMM-Treiber ist installiert und ordnungsgemäß initialisiert.

Unsachgemäße Verwendung eines EMMs kann zu Konflikten zwischen dem Betrieb des Expansionsspeichers und den installierten Erweiterungskarten führen, denen möglicherweise Speicherbereiche zugewiesen wurden, die sich mit den vom EMM verwendeten Speicherbereichen überschneiden. Weitere Informationen zu diesen Konflikttypen und ihrer Vermeidung finden Sie unter "Nach Speicheradressenkonflikten suchen".


Zum Gebrauch der Software

Die nachstehenden Unterabschnitte behandeln Fehler, die beim Einsatz der Software oder durch die Konfiguration auftreten können.

Fehlermeldungen

Fehlermeldungen werden von Anwendungsprogrammen, dem Betriebssystem oder dem System ausgegeben. Der Abschnitt Meldungen und Codes bespricht die vom System ausgegebenen Fehlermeldungen. Wenn eine Meldung erscheint, die sich nicht unter "Meldungen und Codes" befindet, ist in der Dokumentation des Betriebssystems oder des Anwendungsprogramms nachzuschlagen.

Eingabefehler

Das Betätigen einer oder mehrerer falscher Tasten kann dazu führen, daß sich ein Programm unerwartet verhält. Die Dokumentation des Anwendungsprogramms führt die für die Eingabe zulässigen Werte und Zeichen auf.

Die Arbeitsumgebung muß auf die Programme abgestimmt sein. Bei Änderungen der Betriebsparameter des Systems beachten, daß diese sich möglicherweise auf die Funktion der Programme auswirken könnten. Mitunter laufen nach Änderungen der Arbeitsumgebung Programme nicht mehr korrekt und müssen neu installiert werden.

Speicherresidente Programme

Zahlreiche Dienst- und Ergänzungsprogramme können beim Starten des Systems oder nach einer entsprechenden Aufforderung des Betriebssystems geladen werden. Dabei handelt es sich um speicherresidente Programme (TSR-Programme), die stets verfügbar sind. Da sie im Speicher des Systems verbleiben, können Speicherkonflikte und -fehler auftreten, wenn andere Programme den Speicher (oder einen Teil davon) beanspruchen, der bereits von diesen TSR-Programmen belegt ist.

Die Befehle zum Aufruf der residenten Programme befinden sich meistens in den Systemstartdateien config.sys und autoexec.bat Bei einem Speicherkonflikt alle derartigen Befehlszeilen aus den Dateien löschen und das System neustarten. Tritt das Problem nicht mehr auf, war ein TSR-Programm die Ursache. Die gelöschten Zeilen nacheinander wieder einfügen und das System jeweils neustarten, bis das TSR-Programm ermittelt wurde, das die Ursache der Störung war.

Programmkonflikte

Einige Programme hinterlassen Teile ihrer Setup-Informationen auch nach dem Verlassen des Programms. Die Folge: Ein anderes Programm läuft nicht. Ein erneuter Systemstart zeigt, ob diese Programme die Ursache der Störung waren.

Einige Programme, sogenannte Gerätetreiber, verwenden spezielle Subroutinen und können ebenfalls Probleme verursachen. Eine besondere Form, Daten an den Bildschirm zu senden, kann beispielsweise einen Gerätetreiber erfordern, der einen bestimmten Videomodus oder Bildschirm erwartet. In diese Fällen ist es erforderlich, für das spezielle Programm eine alternative Methode zu verwenden, z.B. die Erstellung einer besonderen Startdatei, in der dieser Treiber aufgerufen wird. Rufen Sie die technische Unterstützung der Firma an, deren Software Sie benutzen; sie sollte bei diesem Problem weiterhelfen können.

Nach Speicheradressenkonflikten suchen

Speicheradressenkonflikte treten auf, wenn zwei oder mehr Geräte auf gleiche Adressen im UMB (Upper Memory Block [Oberer Speicherblock]) zugreifen. Beispiel: Wenn eine Netzwerk-Erweiterungskarte und der Seitenrahmen für Expansionsspeicher in überlappenden Adreßbereichen liegen, kann ein Speicheradressenkonflikt auftreten. Das Resultat ist eine Fehlermeldung beim Anmelden im Netzwerk.

Um Adressenkonflikte dieser Art zu lösen, kann der Adreßbereich eines der Geräte geändert werden. Im obigen Beispiel würde der Adreßblock der Netzwerk-Erweiterungskarte auf CC000h bis D0000h verlegt. Die nötigen Anleitungen zum Neuzuweisen des Erweiterungskarten-Adreßblocks befinden sich in der Dokumentation zur Karte.

Konflikte bei der Unterbrechungszuweisung vermeiden

Probleme können auftreten, wenn zwei Geräte versuchen, dieselbe IRQ-Leitung (Interrupt Request [Unterbrechungsaufforderung]) zu verwenden. Um einen Konflikt dieser Art zu vermeiden, in der Dokumentation jeder installierten Erweiterungskarte nachschlagen, welche Voreinstellung für die IRQ-Leitung gilt. Danach ist Tabelle 1 zu Hilfe zu nehmen, um die Karte auf eine der verfügbaren IRQ-Leitungen zu konfigurieren.

ANMERKUNG: Tabelle 1 zeigt die IRQ-Voreinstellungen. In Systemen die über Plug-and-Play verfügen, können die Voreinstellungen geändert werden. Wenn eine Plug-and-Play-Karte in ein Plug-and-Play-System installiert wird, wählt das System automatisch eine offene IRQ-Leitung, soweit sie verfügbar ist. Wenn eine Nicht-Plug-and-Play-Karte oder eine andere Karte installiert wird, muß das ISA-Konfigurationsprogramm des Systems ausgeführt werden, um die aktuellen IRQ-Einstellungen zu ermitteln und eine freie IRQ-Leitung festzustellen. Weitere Anleitungen finden Sie im Kapitel über das ISA-Konfigurationsdienstprogramm in der Dokumentation des Systems.

Tabelle 1. Standardzuordnungen der IRQ-Leitungen

IRQ-Leitung Belegt/Verfügbar
IRQ0 Belegt durch Systemzeitgeber
IRQ1 Belegt für Tastatursignal, um anzuzeigen, daß Ausgabepuffer voll ist
IRQ2 Belegt durch Unterbrechungscontroller 1, um IRQ8 bis IRQ15 zu aktivieren
IRQ3 Belegt durch serielle Schnittstelle 2
IRQ4 Belegt durch serielle Schnittstelle 1
IRQ5 Verfügbar
IRQ6 Belegt durch Disketten-/Bandlaufwerk-Controller
IRQ7 Belegt durch parallele Schnittstelle
IRQ8 Belegt durch RTC
IRQ9 Belegt durch die VGA-Schnittstelle (optional)
IRQ10 Verfügbar
IRQ11 Verfügbar
IRQ12 Belegt durch Mausschnittstelle
IRQ13 Belegt durch mathematischen Coprozessor (falls vorhanden)
IRQ14 Belegt durch primären IDE-Controller
IRQ15 Belegt durch sekundären IDE-Controller
ANMERKUNG: Den vollständigen Namen der in dieser Tabelle verwendeten Abkürzungen oder Akronyme finden Sie im Glossar.


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